Geographisch liegt der Triglav in den Südlichen Voralpen am Dreiländereck Italien - Slowenien - Österreich und ist Kern des Triglav-Nationalparks. Zu erreichen ist der Nationalpark mit dem Zug über München-Salzburg-Villach-Jesenice oder auch mit dem Bus über die Tauernautobahn und den Karawankentunnel. Von Jesenice aus gibt es ein gutes Angebot um in den Nationalpark zu kommen.
Unser erstes Ziel der Tour war, nachdem sich das Wetter auf der slowenischen Seite nicht gerade einladend zeigte, die Slowenische Hauptstadt Ljubljana - zu Deutsch Laibach - wo wir eine Jugendherberge aufsuchten. Im Sommer gibt es in Ljubljana mehr Jugendherbergen, da dann die Studentenwohnheime ihre Pforten für Urlauber öffnen - eine recht günstige Möglichkeit eine Stadt zu besuchen.
Slowenien ist durch die Abspaltung von Jugoslawien nicht in einen Krieg verwickelt worden und zeigt sich somit noch in seiner ursprünglichen Form. Die Geschichte ist in der Hauptstadt sehr lebendig. Es gibt italienischen Baustil gemischt mit österreichischem. Man kann es entweder gemütlich haben am Flüsschen Save, an dem sich ein nettes Restaurant an das andere reiht, oder mit viel Rummel im Zentrum der Stadt. Der tägliche Markt direkt am Fluss präsentiert alles was das Herz begehrt. Begünstigt durch eine Etagenküche suchten wir eifrig den nahen Markt auf. Am Tag der Abreise deckten wir uns noch mit dem nötigen Reiseproviant ein.
Und ab gings zum Bahnhof, wo wir eine Fahrkarte nach Postojna erwarben. In Postojna befindet sich die berühmteste der 6000 Höhlen Sloweniens. Vom Bahnhof ging es zu Fuß zum Zeltplatz in der Nähe der Grotte. Ein Schild am Eingang des Zeltplatzes wies uns darauf hin, dass es noch einen zweiten Eingang in das Höhlensystem von Postojna gab, der jedoch wesentlich billiger sei und so entschlossen wir uns kurzer Hand, diese Gelegenheit beim Schopfe zu packen.
Anderntags ging es per Bahn weiter Richtung Triglav-Nationalpark, unserem eigentlichen Ziel der Reise. Unser Zielbahnhof war Most na Soci. Da es leider keinen Bus zum nächsten Busbahnhof gab, bedienten wir uns des Daumens. Eine nette junge Dame, die ebenfalls mit unserem Zug kam, nahm uns in ihrem kleinen Jugo mit. Für unsere Autofreunde sei erwähnt, das dieses Gefährt der Vorserie des Fiat Uno nachempfunden ist. Schade, dass es ihn hier nicht gibt, er ist klein, handlich und sehr robust. Wegen des Platzmangels, verursacht durch die Stereoanlage im Kofferraum, verblieb unser Gepäck auf dem Schoß. Es entwickelte sich eine sehr angeregte Unterhaltung, bis wir den Busbahnhof erreichten. Die Fahrt an der Soca flussaufwärts war wildromantisch. Vom Bus aus konnten wir auch jede menge Kajakfahrer beobachten. Die Busfahrt endete in Bovec, einem kleinen Städtchen, das zum Verweilen einlädt. Von hieraus begann unsere Wanderung am Fluss bis zum Zeltplatz. Der Weg führte uns über einige Hängebrücken die einen eindrucksvollen Blick auf den Fluss und die Bergwelt gewähren.
Unser erster Aufstieg auf den Krn war wohl einer der schwersten auf der ganzen Tour, denn es ging von etwa 200 m über dem Meer auf 2.211 m. Allerdings ließen wir unser Gepäck auf der Hütte, die wir für die Nacht auserkohren hatten. Die Sicht vom Krn aus auf die Adria und die Südlichen Kalkalpen entschädigte uns dann vollständig für die Strapazen.
Anderntags ging es über mehrere Gipfel zum Wocheiner See (Bochinjski jezero). Hier auf über 2000 Meter erblickte ich zum ersten mal Edelweiß. Aber nicht so wie man es von den Bergfilmen und dessen Image kennt, in einer Bergspalte, sondern wie auf einem Teppich ausgebreitet zu Hunderten. Ein Umstand der mich sicher wieder so eine Reise machen lassen wird. Wer meint, dass von hier aus schon der Triglav aufgrund seiner Stattlichkeit schon zu sehen sei, der irrt. Ja, er ist da, aber nur am Vormittag und ansonsten unter einer Nebelschicht. Der Heilige Berg, auf dessen Gipfel 1991 im Juli die Unabhängigkeit von Slowenien ausgerufen wurde, ist magischer Anziehungspunkt der Slowenen. Man begegnet vielen Einheimischen und meist jungen Menschen. Der August ist zum Besteigen des Triglav eher ungeeignet, da es dann häufig regnet. Man muss auf alle Fälle viel Glück und auch Geduld mitbringen, um diesen Berg zu bezwingen.
Nach dem Abstieg zum Wocheiner See und zum Zeltplatz gönnten wir uns einen Tag Pause und deckten uns mit neuem Proviant im nahegelegenen Ort Bochinj/Wochein ein.
Nach zwei Tagen waren wir wieder gestärkt, um den Aufstieg zum Triglav zu wagen. Der Aufstieg ist gut gesichert und führt an einer atemberaubenden Quelle vorbei, die man sich ansehen sollte. Dort stürzt aus dem Felsen ein gigantischer Wasserstrahl, der sich über mehrere Wasserfälle in die Tiefe und in den Wocheiner See ergießt und zugleich der unterirdische Abfluss der Sieben Seen darstellt. Am ersten See gelüstete es uns zu baden und dem Wunsch folgte die Tat. Das Wasser war zwar kühl, jedoch wohltuend erfrischend. Am späteren Nachmittag erreichten wir unser Etappenziel, die Siebenseenhütte. Wir trauten unseren Augen nicht, denn es wurde mit einfachen Volksinstrumenten zum Tanz aufgespielt. Ein freudiges Ereignis, bei dem wir uns nach der Wanderung nur als Zuschauer dazugesellten.
Von der Siebenseenhütte auf 1600 m gelegen ging es langsam aber sicher in Höhen wo es keinen Baum mehr gab. Wir kamen uns vor wie auf dem Mond. Auf halbem Weg begann das Terrain steiler zu werden und der Weg führte nun als schmaler Saumpfad um Felsnasen. Die Verseilung zeugte von bemühten Bergwachtlern. Die Seile ließen sich höchstens 15 cm vom Berg weg ziehen und boten uns vollbepackten Rucksackträgern guten Halt. Auf der Hütte auf 2401 m angekommen zeigte es sich, dass wir für ausreichend Wasservorrat gesorgt hatten, denn hier gab es keine Quelle mehr und das Wasser musste teuer eingekauft werden.
Ein Hinweis für unsere Leser: da die Hütte sehr begehrt ist, empfiehlt es sich entweder gegen Mittag hier zu erscheinen oder von der Vorgängerhütte zu reservieren.
An einen langen Schlaf war hier nicht zu denken, denn die Triglavhungrigen waren ab 4:30 Uhr auf und nicht gerade als ruhig zu bezeichnen. Unsere Gruppe teilte sich hier. Einen Aufstieg zum Triglav hielt ich wegen der ausgesetzen Passagen sowie einiger Stellen die über Grade führen für ungeeignet und verabredete mich deswegen mit meinen Begleitern auf der nächst tieferen Hütte. Ich wartete lange auf die Begleiter und zog mich, als der typische Triglavregen aufzog, in die Hütte zurück. Ziemlich nass, aber voller Freude erreichten meine Begleiter die Hütte und ließen sich erst mal am Kachelofen nieder, um sich mit einer wunderbaren Palatschinken (Pfannkuchen) mit Vanilleeis und Heißer Schokolade, einer Delikatesse des Landes, wieder aufzuwärmen.
Der Abstieg nach Bochinj und zum Zeltplatz, der diesmal näher am Bahnhof lag, war dann noch ein willkommener Vegetationswechsel von Steinwüste zu üppigem Grün.
Anderntags brachen wir gen Heimat auf, in die Zivilisation und die Hektik, die wir hier oben so herrlich abgelegt hatten. Die Reise über Bled und Jesenice ist auf jeden Fall nicht meine letzte in dieses einmalige Gebiet gewesen.
Kartenmaterial: Wanderkarte Julische Alpen 1:50000 von freytag & berndt
Postojna: vom Bahnhof aus ca. 5 km
erreichbar zu Fuß vom Bahnhof aus geht es rechts die Straße etwa 700 m bis zur Hauptstraße. Dort rechts. Etwa 700 m nach Ortsende nach links in Feldweg einbiegen und diesem bis zu deren Ende folgen und den Hauptweg nicht verlassen. Führt direkt zum Zeltplatz.
Klinar nahe Bovec
Von Most na Soci aus mit dem Bus über Tolmin nach Bovec, in Bovec umsteigen Richtung Kranjska Gora / Jesenice. Bushaltestelle ist Podklanec.
Von der Bushaltestelle über die Soca, nach etwa 500 m befindet sich der Zeltplatz mit Restaurant an der Bergseite. Duschgelegenheit vorhanden.
Campingklatz am Bohinjsko Jezero / Wocheiner See
Von Dom Savica kommend zu Fuß den Wanderweg bis Straßen Anfang. Der Straße durch den Ort Ukanc folgend bis die Straße auf Hauptstraße mündet. Der Zeltplatz befindet sich direkt am See. Wegstrecke etwa 5 km. Zeltplatz komfortabel mit Duschgelegenheit und Restaurant sowie kleiner Laden. Kleiner Badestrand.
Campingplatz Bohinjska Bistrica
Mit Bus von Stara Fuzina bis Bohinjska Bistrica. Von der Bushaltestelle Richtung Bled und die zweite Einmündung nach links der Beschilderung Folgen. Wegstrecke etwa 1000 m.
Zeltplatz mit Duschgelegenheit.
Vom Zeltplatz zum Bahnhof geht es die Straße einfach geradeaus zurück, etwa 1,5 km.
Weitere interessante Begebenheiten
Bleder See, ein Naturschauspiel besonderer Art. Insel nur mit Ruderbooten erreichbar
Vintgarschlucht, sowie Pokljuska Schlucht